Das menschliche Auge ist eines der komplexesten Organe des menschlichen Körpers – was dieses eigentlich leistet, wird einem meist erst dann bewusst, wenn das Augenlicht plötzlich nicht mehr zur Verfügung steht. Sei es durch einen Unfall oder eine Erkrankung der Augen – das Erblinden kann jeden treffen und ist für den Betroffenen sicher ein herber Schlag. Formen, Farben und Bewegungen können plötzlich nicht mehr wahrgenommen werden; mit diesem Zustand zurechtzukommen, ist sicher schwer.
Jedoch könnte laut Statistik die Hälfte aller Erblindungen verhindert werden, wenn regelmäßig der Besuch beim Augenarzt auf dem Plan stehen würde. Dieser nämlich erkennt mögliche Erkrankungen frühzeitig und kann entsprechende Behandlungen einleiten.

Was leistet das Auge?

Das menschliche Auge nimmt jeden Tag eine Vielzahl an Informationen auf und gibt diese Farben und Formen an das Gehirn weiter. Dabei muss es sich auf die unterschiedlichsten Bedingungen einstellen, etwa
einen raschen Wechsel zwischen Nah- und Fernsehen sowie auch ein Sehen während hoher Geschwindigkeiten oder das Wahrnehmen greller Farben – all dies meistert das gesunde menschliche Auge problemlos.

Wie ist das Auge aufgebaut und was sind die Funktionen der einzelnen Bestandteile?

Das menschliche Auge besteht aus einer Vielzahl von Bestandteilen und ist ein sehr komplexes Gebilde.
Das Auge selbst ist nur etwa 2,5 Zentimeter breit, 2,5 Zentimeter tief und circa 2,3 Zentimeter hoch.
Die sogenannte Iris ist der gefärbte Teil des Auges, welcher die kreisrunde Pupille umgibt. Je nach genetischen Informationen haben manche Menschen eine grüne, andere wiederum eine blaue oder braune Iris. In der Mitte der Iris befindet sich die Pupille – deren Aufgabe ist es, das Licht zu regeln, welches in das Auge einfällt. Somit kommt dieser eine ähnliche Funktion wie der Blende am Fotoapparat zu.

Besonders bedeutend für die Weiterleitung von Informationen an das Gehirn sind die Netzhaut, auch Retina genannt, und die Sehnerven. Immerhin zwei Drittel des hinteren Auges werden von der Netzhaut bedeckt; diese sendet Eindrücke als elektrische Impulse durch den Sehnerv direkt an das Gehirn.
Der Bereich der Netzhaut, welcher für das scharfe Sehen verantwortlich ist, wird übrigens als Makula bezeichnet. Dieser Bereich ist nur sehr klein und macht etwa zwei Prozent der gesamten Netzhaut aus. Der übrige Bereich wiederum ist als das sogenannte Gesichtsfeld bekannt, welches hauptsächlich Bewegungen wahrnimmt.

Vergleichen kann man den Aufbau des Auges übrigens durchaus mit dem einer Kamera, denn die Wirkungsweise ist recht ähnlich. Die Netzhaut ist dabei das Organ, welches die Bilder aufnimmt, während Hornhaut und Linse die Bilder entwerfen. Beide gemeinsam erfüllen somit nahezu den gleichen Zweck wie ein Fotoobjektiv. Kommt es zu einer Trübung von Hornhaut oder Linse, kann dies die Sehkraft maßgeblich beeinflussen.

Mögliche Erkrankungen des Auges

Die meisten Fehlsichtigkeiten am Auge entstehen immer dann, wenn die Länge des Augapfels nicht mit der Brechkraft von Hornhaut und Linse übereinstimmt. Wenn der Augapfel zu lang ist, spricht man von Kurzsichtigkeit, während bei der Weitsichtigkeit dieser Augapfel zu kurz ist. Wer kurzsichtig ist, kann meist Gegenstände in der Nähe gut erkennen, weiter entfernte Objekte jedoch werden nur noch verschwommen wahrgenommen. Bei der Weitsichtigkeit ist dies genau umgekehrt: das Zeitunglesen bereitet den Patienten Schwierigkeiten und die Buchstaben verschwimmen, während weiter entfernte Objekte gut zu erkennen sind. Einen Sonderfall stellt die Stabsichtigkeit oder auch Hornhautverkrümmung dar.

Diese drei Fehlsichtigkeiten können gut mit Hilfe einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden.
Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche Erkrankungen des Auges, die altersbedingt sind. Besonders weit verbreitet ist die Alterssichtigkeit. Weitaus seltener, aber nicht ungefährlich, ist die altersbedingte Makuladegeneration. Bei dieser Erkrankung bildet sich die Makula zurück und dadurch wird das scharfe Sehen drastisch eingeschränkt. Schlimmstenfalls kann diese Krankheit sogar zum Erblinden führen; betroffen sind in der Regel Personen über 50 Jahre.